Herumtrödeln für Deutschland

19. Dezember 2009 Hinterlasse einen Kommentar

Bologna Danke Deutschland. Danke, dass ich drei Mal meine Studienfächer wechseln durfte, bis ich endlich wusste, wohin ich im Leben möchte. Danke für die all ungebremsten Diskussionen, die so weit in die Nacht reichten, bis wir die Vorlesung am nächsten Morgen ausfallen lassen mussten. Danke auch für das halbe Jahr in Südamerika, zu dem ich mich – gegen alle Vernunft – mitten im Studium entschlossen hatte.

Ich bin Magisterstudentin und damit eine der letzten unkontrollierten Freigeister im deutschen Studiensystem. Nach mir kommt die Bologna-Generation. Eingezwängt in ein Korsett aus Studienordnungen, Prüfungen und minutiösen Stundenplänen gleichen die Bachelor- und Magisterjahrgänge eher Schülerinnen und Schülern als Studierenden. Sie arbeiten wie kleine Unternehmen, nutzen effizient ihre eigenen Ressourcen für Workload und Credit Points, bauen ihre berufsorientierte Kompetenzen aus und sammeln stupide ECTS-Punkte ein. Und so reguliert ihr Lernen ist, so kanalisiert ist leider auch ihr Denken. Weiterlesen…

Glosse: Wundersame Weihnachten

9. Dezember 2009 1 Kommentar

Hach, wie schön es wieder weihnachtet! Pittoresk sitzen Penner in den Hauseingängen und spielen traurige Lieder auf der Mundharmonika, warmherzige Bürger erbarmen sich und spenden den einen oder anderen Euro, und alle, alle trinken sie Glühwein, die einen aus Tetrapacks, die anderen aus hübschen Gläsern auf dem Weihnachtsmarkt.

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“Freiburg brennt” – Über Sinn und Unsinn der Slogans der Uni-Besetzer

7. Dezember 2009 3 Kommentare

Gerne bedienen sich die Studierenden bei anderen, um ihre Anliegen zu äußern.

Das „Besetzt”-Banner war schnell gehisst. Auch die Stoffbahnen, die seit fast drei Wochen das Audimax und das Foyer des Kollegiengebäudes II beleben, transportieren Sprüche und Aussagen, die den Protest schlagwortartig vermitteln sollen. Doch wie kreativ und wirkungsvoll sind die Parolen? Eine Analyse.

Professor Wolfgang Eßbach über den „Bologna-Crash“

3. Dezember 2009 Hinterlasse einen Kommentar

Als einer von wenigen Professoren kritisiert Professor Wolfgang Eßbach die Umstellung auf das Bachelor/Master-System öffentlich scharf. Der Soziologieprofessor besuchte am 2. Dezember das Besetzerplenum und sprach über die Rolle der Professorenschaft beim Scheitern deutscher Hochschulreformen. Auch vom Uniradio echo-fm ließ er sich interviewen. Die schönsten Zitate haben wir gesammelt.

(Update: Jetzt auch Zitate von der Rede am 17.11. im besetzten Audimax )

Professor Eßbach besuchte mehrfach das besetzte Audimax

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Kommentar: Wie viel Werbung verträgt die Uni?

3. Dezember 2009 1 Kommentar

Der Preis der Freiheit: günstiges Mensaessen vom Starkoch

Ich bin ein neugieriger Mensch. In der Innenstadt hänge ich deswegen ständig vor Schaufenstern fest und überall schreien mich Werbetafeln an. Die Universität hingegen war mir bisher ein Ort der Entspannung, mit langweiligen Textwüsten und unverputzten Betonwänden. Doch die aufmerksamkeitsheischenden Schriftzüge hängen nun auch in den Räumen der Wissenschaft: Plakate, groß wie Kleinkinder, werben in den Treppenhäusern für Internetseiten. Möchte ich einen Kaffee trinken, heißt das Café nach einer Zeitung. Reihe ich mich in die Schlange an der Mensa ein, starre ich auf das Banner eines Mobilfunkunternehmens. Trödle ich auf dem Weg in die Seminarbibliothek, spricht mich jemand am Zeitschriften-Promotionsstand an. Es nervt. Und zwar gewaltig.

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Rektor Schiewer besucht besetztes Audimax

30. November 2009 Hinterlasse einen Kommentar

Prorektor Schanz - Rektor Schiewer - Moderator Rüland

Vergangenen Donnerstag, den 26.11.2009, hat ein Dialog zwischen den protestierenden Studierenden und Rektor Hans-Jochen Schiewer stattgefunden, der von dem Prorektor für Lehre, Heiner Schanz, begleitet wurde. Die Veranstaltung fand in dem seit dem 15. November besetzten Auditorium Maximum statt und wurde per Livestream in einen angrenzenden Hörsaal übertragen. Ausgangspunkt der Debatte waren die fünfzehn Forderungen der Freiburger Studierenden, die sie am Vortag der Diskussion, dem 25. November, im Rahmen einer Demonstration an das Rektorat übergeben hatten. Die Protestierenden verlangen hauptsächlich eine Abschaffung der Studiengebühren, eine Reform der Bachelor- und Masterstudiengänge und ein höheres Maß an studentischer Mitbestimmung an der Universität. Der Forderungskatalog war im Laufe der Besetzung in einem basisdemokratischen Verfahren entstanden.

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Presseschau: Medienecho zur Diskussion zwischen Rektorat und Studierenden

30. November 2009 1 Kommentar

Presse der Universität und TV Südbaden

Als einziges Medium hat die Badische Zeitung (BZ) alle gängigen journalistischen Kanäle aktiviert, um möglichst schnell und ansprechend über den Abend berichten zu können: Twitter, Online-Artikel, Fotogalerie und Video ergaben eine runde Berichterstattung. Auch Radio Regenbogen und TV Südbaden waren vor Ort und informierten am nächsten Tag im Programm und auf den Homepages. Der Südwestrundfunk (SWR) verzichtete und auch der Landesdienst der Deutschen Presse-Agentur dpa ließ keine Meldung über den Ticker laufen, sodass die umliegenden kleinen Zeitungen nicht über die Diskussion berichten konnten. Erst drei Tage nach der Debatte stand auf der Onlineplattform fudder ein Artikel, schneller war da die Piratenpartei auf ihrer Homepage. Außerdem machten einige private Twitter-Feeds die Diskussion zu ihrem Thema. Die Besetzer selbst benutzten ebenfalls Twitter und veröffentlichten eine Pressemitteilung, in der sie klar zur Debatte Stellung bezogen. Die Universität selbst hatte nur eine Veranstaltungsankündigung auf der Homepage.

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Kommentar: Wenn Politik an Verwaltung scheitert…

30. November 2009 Hinterlasse einen Kommentar

gewandelte Diskussions- und Protestkultur

Als einer von über 800 Studierenden bin ich am Donnerstagabend ins besetzte Audimax gekommen, um die Diskussion zwischen dem studentischen Protestplenum und dem Rektorat zu verfolgen. Weniger als Protestler denn als Beobachter, um mir selbst ein fundiertes Bild zu machen. Und ich erlebte dabei eine doppelte Überraschung: eine erfreuliche, der dann aber eine umso ärgerlichere auf dem Fuße folgte. Nein, etwas, was man ‘Durchbruch’ nennen konnte, zeichnete sich zu keiner Zeit ab. Und dass der von Rektor Schiewer vorgeschlagene Dialog wirklich Neues ans Tageslicht bringen würde, erwartete wohl auch keiner wirklich. Beeindruckend waren vielmehr die starken, zielführenden Beiträge des Plenums – und umso enttäuschter war ich von einer schwachen Uni-Leitung, die zu keiner Zeit zu verstehen schien, um was es dem Protest wirklich ging.

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