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	<title>Unabhängige Lichtbringerin Alberts</title>
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	<description>Nachrichten vom Campus der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg</description>
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		<title>Unabhängige Lichtbringerin Alberts</title>
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		<title>Herumtr&#246;deln f&#252;r Deutschland</title>
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		<pubDate>Sat, 19 Dec 2009 16:40:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ularedaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[AutorIn Scriptora]]></category>
		<category><![CDATA[Bologna]]></category>
		<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Studentenproteste 2009]]></category>

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		<description><![CDATA[Danke Deutschland. Danke, dass ich drei Mal meine Studienfächer wechseln durfte, bis ich endlich wusste, wohin ich im Leben möchte. Danke für die all ungebremsten Diskussionen, die so weit in die Nacht reichten, bis wir die Vorlesung am nächsten Morgen ausfallen lassen mussten. Danke auch für das halbe Jahr in Südamerika, zu dem ich mich [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=lichtbringerin.wordpress.com&amp;blog=10715499&amp;post=135&amp;subd=lichtbringerin&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;"><a href="http://lichtbringerin.files.wordpress.com/2009/12/bologna.jpg"><img style="display:inline;border:0;margin:0 0 0 5px;" title="Bologna" src="http://lichtbringerin.files.wordpress.com/2009/12/bologna_thumb.jpg?w=250&#038;h=260" border="0" alt="Bologna" width="250" height="260" align="right" /></a> Danke Deutschland. Danke, dass ich drei Mal meine Studienfächer wechseln durfte, bis ich endlich wusste, wohin ich im Leben möchte. Danke für die all ungebremsten Diskussionen, die so weit in die Nacht reichten, bis wir die Vorlesung am nächsten Morgen ausfallen lassen mussten. Danke auch für das halbe Jahr in Südamerika, zu dem ich mich – gegen alle Vernunft – mitten im Studium entschlossen hatte.</p>
<p style="text-align:justify;">Ich bin Magisterstudentin und damit eine der letzten unkontrollierten Freigeister im deutschen Studiensystem. Nach mir kommt die Bologna-Generation. Eingezwängt in ein Korsett aus Studienordnungen, Prüfungen und minutiösen Stundenplänen gleichen die Bachelor- und Magisterjahrgänge eher Schülerinnen und Schülern als Studierenden. Sie arbeiten wie kleine Unternehmen, nutzen effizient ihre eigenen Ressourcen für Workload und Credit Points, bauen ihre berufsorientierte Kompetenzen aus und sammeln stupide ECTS-Punkte ein. Und so reguliert ihr Lernen ist, so kanalisiert ist leider auch ihr Denken. <img title="Mehr …" src="http://lichtbringerin.wordpress.com/wp-includes/js/tinymce/plugins/wordpress/img/trans.gif" alt="" /><span id="more-135"></span></p>
<p style="text-align:justify;"><a href="http://lichtbringerin.files.wordpress.com/2009/12/bologna3.jpg"><img style="display:inline;border:0;margin:0 5px 0 0;" title="Bologna3" src="http://lichtbringerin.files.wordpress.com/2009/12/bologna3_thumb.jpg?w=185&#038;h=250" border="0" alt="Bologna3" width="185" height="250" align="left" /></a> Die verschulten Abschlüsse berauben die jungen Menschen. Ein ganzer Lebensabschnitt gerät unter die Reformmühlen, nämlich die Zeit des Eigensinns und der Unordnung, des Herumprobierens und Fehlermachens. Nach dem Turbo-Abitur kommen die Reformkinder jung an die Universität und können auch dort nicht heranreifen.</p>
<p style="text-align:justify;">Dabei hatten viele von ihnen schon durch die Verkürzung der Schulzeit nicht die Möglichkeit, ein Jahr ins Ausland zu gehen. Der bald nur noch sechs Monate dauernde Zivildienst wird gerade zu einem bloßen Zivilpraktikum umgebaut. Und dann? Nach dem Spurt durch die Ausbildungsstätten haben die Jungs und Mädels mit Anfang zwanzig ihren Bachelor in der Tasche. Mündige, kritische und selbst denkende Persönlichkeiten sind sie dann nicht.</p>
<p style="text-align:justify;"><a href="http://lichtbringerin.files.wordpress.com/2009/12/bologna4.jpg"><img style="display:inline;border:0;margin:0 0 0 5px;" title="bologna4" src="http://lichtbringerin.files.wordpress.com/2009/12/bologna4_thumb.jpg?w=194&#038;h=295" border="0" alt="bologna4" width="194" height="295" align="right" /></a>Der vielbeschworene Wissensstandort Deutschland züchtet sich Wissensmaschinen heran. Menschen, die Gelerntes wieder ausspucken können wie Computer. Zeit zum Denken und Dichten hingegen gibt es kaum noch im Land der Denker und Dichter. Doch: Nur wer Zeit hat zum Bummeln und Trödeln, wer nutzlos Herumspinnen darf und in sich selbst versunken Spielen wie ein Kind, kommt irgendwann auf neue Ideen. Wer mit seinem Denken hingegen ein Ziel verfolgen soll, wer permanent nur auf Nützlichkeit getrimmt wird, entwickelt keine Innovationen. Das zeigt das Beispiel DDR: Stets galt es, einen vorgegebenen Plan zu erfüllen. Obwohl die Ausbildung an den ostdeutschen Universitäten nicht schlecht war, kamen von dort keine großen Würfe. Neue Ideen entwickelten die Bummelstudenten aus dem Westen.</p>
<p style="text-align:justify;">Das neue Wissenskultur führt zu unmotivierten Studierenden, die ihre Veranstaltungen nur noch absitzen. Sie kommen an die Universität mit dem Ziel, eine Unterschrift abzugeben, und nicht, um Gedanken aufzunehmen. In Vorlesungen surfen die einen gelangweilt auf Facebook, während sich andere so lautstark über die letzte Party unterhalten, bis die wenigen Interessierten nichts mehr verstehen. Verloren irren sie durch die Gänge der Massenuniversitäten, ohne ausreichende Betreuung durch die Dozierenden, ohne hilfreiche Tutorien und ohne kleine Lerngruppen. Getrimmt auf das Ausbildungsziel bleibt ihnen keine Zeit, sich im Wissenschaftsbetrieb Hochschule zurechtzufinden.</p>
<p style="text-align:justify;"><a href="http://lichtbringerin.files.wordpress.com/2009/12/bologna5.jpg"><img style="display:inline;border:0;margin:0 5px 0 0;" title="bologna5" src="http://lichtbringerin.files.wordpress.com/2009/12/bologna5_thumb.jpg?w=321&#038;h=204" border="0" alt="bologna5" width="321" height="204" align="left" /></a>Die Studierenden haben in monatelangen Protesten auf die eklatanten Missstände hingewiesen. Die Kultusminister der Länder und die Hochschulleitungen gestehen mittlerweile Defizite der Bologna-Reform ein und basteln an der Reform der Reform. Doch kleinliche Korrekturen werden nicht ausreichen. Es darf nicht damit enden, nur ein paar Studienpläne nachzubessern und das sogenannte Umsetzungsproblem zu beseitigen. Besonders traurig ist die Ankündigung von Bundesbildungsministerin Schavan, das Bafög erhöhen zu wollen, denn dieses Zugeständnis ist überhaupt keine Lösung für den Bologna- Crash, sondern reines Ablenkungsmanöver.</p>
<p style="text-align:justify;">Immerhin steht der Kern der deutschen Universität auf dem Spiel: Das wissenschaftliche Studium an sich. Das Jahrhunderte alte deutsche Hochschulwesen sollte für eine Reformidee aus Italien nicht einfach hingeschmissen werden. Meistens haben feste, seit langem überlieferte Traditionen durchaus ihre Berechtigung.</p>
<p style="text-align:justify;"><em>Scriptora</em></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/lichtbringerin.wordpress.com/135/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/lichtbringerin.wordpress.com/135/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/lichtbringerin.wordpress.com/135/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/lichtbringerin.wordpress.com/135/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/lichtbringerin.wordpress.com/135/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/lichtbringerin.wordpress.com/135/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/lichtbringerin.wordpress.com/135/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/lichtbringerin.wordpress.com/135/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/lichtbringerin.wordpress.com/135/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/lichtbringerin.wordpress.com/135/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/lichtbringerin.wordpress.com/135/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/lichtbringerin.wordpress.com/135/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/lichtbringerin.wordpress.com/135/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/lichtbringerin.wordpress.com/135/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=lichtbringerin.wordpress.com&amp;blog=10715499&amp;post=135&amp;subd=lichtbringerin&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Glosse: Wundersame Weihnachten</title>
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		<pubDate>Wed, 09 Dec 2009 09:30:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ularedaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[AutorIn Leuchtfisch]]></category>
		<category><![CDATA[Glosse]]></category>

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		<description><![CDATA[Hach, wie schön es wieder weihnachtet! Pittoresk sitzen Penner in den Hauseingängen und spielen traurige Lieder auf der Mundharmonika, warmherzige Bürger erbarmen sich und spenden den einen oder anderen Euro, und alle, alle trinken sie Glühwein, die einen aus Tetrapacks, die anderen aus hübschen Gläsern auf dem Weihnachtsmarkt. Leuchtende Lichterketten verbinden die Menschen in der [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=lichtbringerin.wordpress.com&amp;blog=10715499&amp;post=118&amp;subd=lichtbringerin&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hach, wie schön es wieder weihnachtet! Pittoresk sitzen Penner in den  Hauseingängen und spielen traurige Lieder auf der Mundharmonika, warmherzige  Bürger erbarmen sich und spenden den einen oder anderen Euro, und alle, alle  trinken sie Glühwein, die einen aus Tetrapacks, die anderen aus hübschen Gläsern  auf dem Weihnachtsmarkt.</p>
<p><span id="more-118"></span></p>
<p>Leuchtende Lichterketten verbinden die Menschen in der ganzen christlichen  Welt und mahnen uns sanft, sich der alten und guten Werte wieder zu entsinnen –  besonders aber einem Wert, der zwar nicht im eigentlichen Sinne des Wortes ein  Wert ist, aber gemeinhin als sehr wertvoll gilt: Die Familie! Das schützende  Heim, das seine Tür vor den eisigen Stürmen der Krise verschließt, die geborgene  Hütte in der neoliberalen Schneeverwehung, aus deren Fenstern ein warmgelber  Lichtschein dringt, der weit hinaus strahlt in die Nacht, wie Weihnachtslieder,  die von glücklichen Kindern gesungen werden.</p>
<p>So zumindest denkt der einsame Wanderer, der auf seinem schneeknirschenden  Weg durch die Nacht kurz innehält und sehnsüchtig auf diesen Goldstreifen am  Horizont blickt, der ihn wie eine winterliche Fata Morgana begleitet. Er ist  schon so lange unterwegs, der arme Wanderer, er hat ganz vergessen, wo er  eigentlich hin will. Einmal im Jahr, einem geheimnisvollen inneren Antrieb  folgend, setzt er sich vor eine verkrüppelte Bergkiefer und singt heiser &#8222;Oh Du  fröhliche!&#8220;, um sich warm zu halten. Dann schenkt er sich selbst ein bisschen  Schnee und zieht weiter, dem Licht entgegen.</p>
<p>In der Hütte selbst geht es lustig zu, da prasselt ein Feuer im Kamin, da  ruft ein Weihnachtsmann „Hohoho!“ und trinkt noch einen Glühwein, da balgen die  Kleinen sich um Geschenke und die Großen essen noch etwas von der leckeren,  fetten Gans &#8211; von allem gibt es reichlich. Zumindest eine paar Tage lang. Dann  gehen die Großen wieder arbeiten – meistens Schneeschippen – und sprechen mit  banger Stimme von „der Krise“, während die Kleinen ihnen vom Fenster aus  zusehen. Doch auch sie werden immer mehr und immer früher zu ordentlichen  Schippern erzogen, denn jeder muss etwas leisten, sonst versinkt die Hütte  irgendwann noch im anwachsenden Schneetreiben. Und das will ja auch keiner.</p>
<p>Abends sitzen alle am Kamin und lauschen den Märchen der Alten, sie erzählen  von einer Zeit, als es noch Frühling war in der Welt. Keiner glaubt mehr daran  (am wenigsten die Alten selber, die schon ganz andere Zeiten erlebt haben), aber  danach können alle besser schlafen. In der Nacht knarzt die Hütte unter der Last  des Schnees, während draußen der Wind tost. Und wenn andere, seltsamere  Geräusche durch ihr Zuhause klingen – aus dem geheimen Keller oder der guten  Stube, wo der Waffenschrank steht –, dann träumen die Schlafenden schlecht.  Tagsüber aber steht wieder die Arbeit an. Zu aller Bedauern kommt es dabei immer  häufiger vor, dass ein Kind verloren geht. Im einen Moment schippt es noch  fleißig Schnee, im nächsten werden seine kleinen Fußabdrücke schon vom Wind  verweht.</p>
<p>So wächst die Zahl der Wanderer. Ab und zu treffen sie auf andere Suchende,  oft kommen die Erinnerungen dann wieder und man entscheidet sich, gemeinsam eine  eigene Hütte zu bauen. Die meisten aber irren in immer weiter werdenden Kreisen  umher, betäubt von der Kälte und angetrieben von dem dumpfen Gefühl, auf der  Suche nach etwas Kostbarem zu sein, das sie vor langer Zeit verloren haben. Das  eigentlich Traurige daran ist, dass sie dieser Eiswüste ganz einfach den Rücken  kehren, dreimal in die Hände klatschen und in den sommerlichen Sonnenuntergang  hinter sich reiten könnten. Aber an so was glaubt ja keiner, schon gar nicht zur  Weihnachtszeit. Prost!</p>
<p><em>leuchtfisch</em></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/lichtbringerin.wordpress.com/118/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/lichtbringerin.wordpress.com/118/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/lichtbringerin.wordpress.com/118/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/lichtbringerin.wordpress.com/118/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/lichtbringerin.wordpress.com/118/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/lichtbringerin.wordpress.com/118/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/lichtbringerin.wordpress.com/118/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/lichtbringerin.wordpress.com/118/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/lichtbringerin.wordpress.com/118/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/lichtbringerin.wordpress.com/118/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/lichtbringerin.wordpress.com/118/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/lichtbringerin.wordpress.com/118/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/lichtbringerin.wordpress.com/118/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/lichtbringerin.wordpress.com/118/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=lichtbringerin.wordpress.com&amp;blog=10715499&amp;post=118&amp;subd=lichtbringerin&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>&#8220;Freiburg brennt&#8221; &#8211; &#220;ber Sinn und Unsinn der Slogans der Uni-Besetzer</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Dec 2009 18:11:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ularedaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[AutorIn Scriptora]]></category>
		<category><![CDATA[Banner]]></category>
		<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Parolen]]></category>
		<category><![CDATA[Studentenproteste 2009]]></category>
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		<description><![CDATA[Gerne bedienen sich die Studierenden bei anderen, um ihre Anliegen zu äußern. Das „Besetzt”-Banner war schnell gehisst. Auch die Stoffbahnen, die seit fast drei Wochen das Audimax und das Foyer des Kollegiengebäudes II beleben, transportieren Sprüche und Aussagen, die den Protest schlagwortartig vermitteln sollen. Doch wie kreativ und wirkungsvoll sind die Parolen? Eine Analyse. Gekommen [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=lichtbringerin.wordpress.com&amp;blog=10715499&amp;post=112&amp;subd=lichtbringerin&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;">
<div class="mceTemp mceIEcenter" style="text-align:justify;">
<dl class="wp-caption aligncenter">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://lichtbringerin.files.wordpress.com/2009/12/banner_dsc090961.jpg"><img class="size-full wp-image-113" title="banner_DSC09096" src="http://lichtbringerin.files.wordpress.com/2009/12/banner_dsc090961.jpg?w=600&#038;h=304" alt="" width="600" height="304" /></a></dt>
<dd class="wp-caption-dd">Gerne bedienen sich die Studierenden bei anderen, um ihre Anliegen zu äußern.</dd>
</dl>
</div>
<p style="text-align:justify;">
<p style="text-align:justify;">
<p style="text-align:justify;">Das „Besetzt”-Banner war schnell gehisst. Auch die Stoffbahnen, die seit fast drei Wochen das Audimax und das Foyer des Kollegiengebäudes II beleben, transportieren Sprüche und Aussagen, die den Protest schlagwortartig vermitteln sollen. Doch wie kreativ und wirkungsvoll sind die Parolen? Eine Analyse.</p>
<div style="text-align:justify;"><span id="more-112"></span></div>
<p style="text-align:justify;"><strong>Gekommen um zu bleiben</strong>, prangt es groß über dem Eingang. Der Liedtitel von <em>Wir sind Helden</em> passt so exakt auf die Besetzer, dass man fast meinen könnte, die Band hätte das Lied nur für den Streik geschrieben. Eine gute Wahl also. Doch ist zu bedenken, wie es im Text weitergeht: „Wir gehen nicht, aber wenn wir gehen, dann gehen wir in Scheiben” – das entspräche dem Szenario, dass die Polizei jeden einzelnen Studierenden einzeln aus dem Audimax herausträgt.</p>
<p style="text-align:justify;"><strong><a href="http://lichtbringerin.files.wordpress.com/2009/12/banner_dsc09087.jpg"><img style="display:inline;border:0;margin:0 5px 0 0;" title="banner_DSC09087" src="http://lichtbringerin.files.wordpress.com/2009/12/banner_dsc09087_thumb.jpg?w=260&#038;h=130" border="0" alt="banner_DSC09087" width="260" height="130" align="left" /></a> Es ist nicht deine Schuld, dass die Uni ist wie sie ist. Es wär’ nur Deine Schuld wenn sie so bleibt&#8230;</strong> ist ein etwas verändertes Zitat des Liedes <em>Deine Schuld</em> von den Ärzten. Und von Reinhard Mey stammt wohl die Idee für <strong>Die Gedanken sind frei. Bildung ist frei</strong>. Die eigene Kreativität war für all diese Liedzitate kaum vonnöten. Bekannte Zeilen werden umgewandelt, um Botschaften zu vermitteln. Überhaupt bedienen sich die Besetzer für ihre Banner gerne bei anderen: <strong>Ein Gespenst geht um im Plenum – das Gespenst des sds&#8230;</strong> ist eine Abwandlung von den Ei<a href="http://lichtbringerin.files.wordpress.com/2009/12/banner_dsc09089.jpg"><img style="display:inline;border:0;margin:5px 0 5px 5px;" title="banner_DSC09089" src="http://lichtbringerin.files.wordpress.com/2009/12/banner_dsc09089_thumb.jpg?w=260&#038;h=180" border="0" alt="banner_DSC09089" width="260" height="180" align="right" /></a>ngangsworten aus Karl Marx’ <em>Manifest der Kommunistischen Partei</em>. <strong>Freie Bildung ist der Ausgang des Menschen  aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit</strong> soll wohl Immanuel Kants Frage beantworten, was Aufklärung ist. Es ist schade, dass auf die dringende Bildungsfrage nicht mehr eigene Antworten gefunden werden. Schließlich machen die Besetzer mit ihren Sprüchen Werbung für sich selbst. Und für diese gelten die gleichen Gesetze wie für die Welt draußen: Je cleverer, einprägsamer, innovativer, desto erfolgreicher.</p>
<p style="text-align:justify;"><a name="main"></a><a name="search"></a>Doch die Studierenden bleiben oft innerhalb vorgegebener Mauern. Gerne beziehen sie deswegen sie auch das biblische Zitat mit ein, das an der Fassade des KG I in goldenen Lettern steht: <em>Die Wahrheit wird euch frei machen </em>(<em>Johannes</em> 8, 31). Daz<strong><a href="http://lichtbringerin.files.wordpress.com/2009/12/banner_dsc09103.jpg"><img style="border:0 none;display:inline;margin:5px 5px 5px 0;" title="banner_DSC09103" src="http://lichtbringerin.files.wordpress.com/2009/12/banner_dsc09103_thumb.jpg?w=260&#038;h=137" border="0" alt="banner_DSC09103" width="260" height="137" align="left" /></a></strong>u hängt in der besetzte  Aula: <strong>Die Wahrheit wird uns frei machen&#8230; aber nur mit freier Bildung</strong>. Hier wird der Ausspruch um die Hauptforderung des Bildungsstreiks erweitert. Ein anderer Banner mit <strong>Die Wahrheit wird Euch arm machen</strong> geht weiter und platziert an die Stelle des höchsten Gutes, der Freiheit von Forschung und Lehre, ein Adjektiv, das das finanzielle Elend der Studierenden drastisch veranschaulich<a href="http://lichtbringerin.files.wordpress.com/2009/12/banner_dsc09106.jpg"><img style="display:inline;border:0;margin:5px 0 5px 5px;" title="banner_DSC09106" src="http://lichtbringerin.files.wordpress.com/2009/12/banner_dsc09106_thumb.jpg?w=260&#038;h=233" border="0" alt="banner_DSC09106" width="260" height="233" align="right" /></a>en soll.</p>
<p style="text-align:justify;">Andere Parolen hingegen sind eher kritisch zu betrachten. <strong>Seamos Realistas y hagamos lo  Imposible</strong> heißt es im Audimax. Der Ausspruch von Ernesto Che Guevara, frei übersetzt <em>Seien wir realistisch und fordern wir das Unmögliche</em> bezieht sich jedoch auf eine ganz andere Art von Revolution als diejenige, die die Studierenden anstreben. Ob damit die Masse der Studierenden erreicht werden kann, ist fraglich, da durch ein derartiges Zitat suggeriert wird, es handle sich bei den Protestierenden um extrem linke sektiererische Gruppen. Auch der Slogan <strong>Freiheit wird erkämpft nicht erbettelt</strong> ist so kämpferisch, dass ein der Großteil der Studierenden eher nicht angesprochen werden dürfte.<a href="http://lichtbringerin.files.wordpress.com/2009/12/banner_dsc09094.jpg"><img style="display:inline;border:0;margin:5px 0;" title="banner_DSC09094" src="http://lichtbringerin.files.wordpress.com/2009/12/banner_dsc09094_thumb.jpg?w=260&#038;h=196" border="0" alt="banner_DSC09094" width="260" height="196" align="left" /></a></p>
<p style="text-align:justify;">Diejenigen, die eigentlich nur in Ruhe studieren wollen, könnten hingegen aufmerksam werden durch wirklich kreative Sprüche. Einer davon lautet: <strong>Die Veranstaltung ‘Bürgerliches Recht für Anfänger’ findet seit Montag im Audimax statt!</strong> Auch <strong>Bildung ist Grundlage für gesellschaftliche Mitbestimmung</strong> zeugt auf intelligente Art von den gesamtgesellschaftlichen Ansprüchen, die der Protest vertritt. Und <strong>Chuck Norris kellnert und schafft seinen B.A. in der Regelstudienzeit</strong> könnte den ein- oder anderen sogar zum lachen bring<a href="http://lichtbringerin.files.wordpress.com/2009/12/banner_dsc09107.jpg"><img style="display:inline;border:0;margin:5px 0 5px 5px;" title="banner_DSC09107" src="http://lichtbringerin.files.wordpress.com/2009/12/banner_dsc09107_thumb.jpg?w=260&#038;h=247" border="0" alt="banner_DSC09107" width="260" height="247" align="right" /></a>en.</p>
<p style="text-align:justify;">Breite Fundamentalkritik hingegen wirkt einfallslos. Leider gibt es auch dafür genügend Beispiele: <strong>Studiengebühren = asozial </strong>oder <strong>Für faire Bildung – fair teilen!</strong> oder <strong>Was ist die wahre Menschheit? (wert)?</strong> vermitteln weder Inhaltliches, noch sind sie einprägsam.</p>
<p style="text-align:justify;">Viel besser hängen bleibt das Wortspiel, das auch in Gießen, Stuttgart oder Kiel diesen Herbst  verwendet wurde: <strong>Bildet Euch – Bildet Andere – Bildet Widerstand</strong>. Ein weiterer Hingucker: <strong>Fang mich, ich bin ein ECTS-Punkt</strong>.</p>
<p style="text-align:justify;">Was wäre aber dieser Protest, wenn dabei nicht auch für die Gleichbehandlung der Geschlechter gekämpft werden würde? In stundenlangen Diskussionen im Plenum, scharfen Kommentaren auf der Besetzer-Homepag<a href="http://lichtbringerin.files.wordpress.com/2009/12/banner_dsc09085.jpg"><img style="display:inline;border:0;margin:5px 5px 5px 0;" title="banner_DSC09085" src="http://lichtbringerin.files.wordpress.com/2009/12/banner_dsc09085_thumb.jpg?w=190&#038;h=260" border="0" alt="banner_DSC09085" width="190" height="260" align="left" /></a>e und politisch korrekten Statements in unzähligen Gesprächen wurde immer wieder betont, wie unabdingbar die weibliche Form der Ansprache. Das ist war richtig – aber anstrengend. Und sollte eigentlich ein Nebenschauplatz im Bildungsstreik sein. In beiderlei Geschlechtern heißt es also: <strong>Be Part of it. Stell dir vor, es gibt Studiengebühren und keineR zahlt. Boykott</strong>. Wobei auch hier wieder ein geflügeltes Wort Verwendung findet: Carl Sandburgs <em>So</em><em>metime they&#8217;ll give a war and nobody will come.</em></p>
<p style="text-align:justify;">Tja, und dann wäre da noch das Motto, unter dem die europaweiten Proteste stehen: uni brennt. Auch in Freiburg hieß es gleich <strong>Freiburg brennt</strong>, wobei sich dagegen vehementer Widerspruch erhob. Schließlich hat niemand vor, einen Hörsaal anzuzünden oder Feuer zu schüren, vielmehr sollte es um einen Systemwandel gehen. Das Bild trifft nicht. Der berechtigte Protest gegen das aktuelle Bildungssystem verbaut sich so die Chance, die lethargische Mehrheit der Studierenden anzusprechen, da nicht jeder hinter ein <strong>Freiburg-brennt</strong>-Logo stehen möchte.</p>
<p style="text-align:justify;">Auch wenn das umstrittene Banner mittlerweile nicht mehr hängt, so findet sich im Foyer nach wie vor <strong>Uni brennt. Feuerwehr </strong><a href="http://lichtbringerin.files.wordpress.com/2009/12/banner_dsc09117.jpg"><img style="display:inline;border:0;margin:5px 0 5px 5px;" title="banner_DSC09117" src="http://lichtbringerin.files.wordpress.com/2009/12/banner_dsc09117_thumb.jpg?w=288&#038;h=231" border="0" alt="banner_DSC09117" width="288" height="231" align="right" /></a><strong>zwecklos!</strong> Über das Abhängen dieses Plakats sollten die Besetzer genauso nachdenken wie über die Parolen von Parteien und Organisationen, die sich ebenfalls unter den Besetzerplakaten breitmachen. Schließlich geht es nicht nur um die Wünsche von eine paar radikalen Aktivisten. Sehr geglückt ist eine plakative Antwort auf ein linkes Plakat: Auf <strong>Bildung für alle</strong> folgte ein kommunistisches <strong>Alles für alle!</strong> Das wollten die Bildungsaktivisten nicht auf sich sitzen lassen und malten stur daneben:</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Alles für alle? Bildung für alle!</strong></p>
<p style="text-align:justify;"><em>Scriptora</em></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/lichtbringerin.wordpress.com/112/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/lichtbringerin.wordpress.com/112/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/lichtbringerin.wordpress.com/112/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/lichtbringerin.wordpress.com/112/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/lichtbringerin.wordpress.com/112/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/lichtbringerin.wordpress.com/112/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/lichtbringerin.wordpress.com/112/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/lichtbringerin.wordpress.com/112/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/lichtbringerin.wordpress.com/112/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/lichtbringerin.wordpress.com/112/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/lichtbringerin.wordpress.com/112/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/lichtbringerin.wordpress.com/112/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/lichtbringerin.wordpress.com/112/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/lichtbringerin.wordpress.com/112/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=lichtbringerin.wordpress.com&amp;blog=10715499&amp;post=112&amp;subd=lichtbringerin&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Professor Wolfgang E&#223;bach über den &#8222;Bologna-Crash&#8220;</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Dec 2009 05:09:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ularedaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[AutorIn Scriptora]]></category>
		<category><![CDATA[Bericht]]></category>
		<category><![CDATA[Studentenproteste 2009]]></category>

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		<description><![CDATA[Als einer von wenigen Professoren kritisiert Professor Wolfgang Eßbach die Umstellung auf das Bachelor/Master-System öffentlich scharf. Der Soziologieprofessor besuchte am 2. Dezember das Besetzerplenum und sprach über die Rolle der Professorenschaft beim Scheitern deutscher Hochschulreformen. Auch vom Uniradio echo-fm ließ er sich interviewen. Die schönsten Zitate haben wir gesammelt. (Update: Jetzt auch Zitate von der [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=lichtbringerin.wordpress.com&amp;blog=10715499&amp;post=83&amp;subd=lichtbringerin&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als einer von wenigen Professoren kritisiert Professor Wolfgang Eßbach die Umstellung auf das Bachelor/Master-System öffentlich scharf. Der Soziologieprofessor besuchte am 2. Dezember das Besetzerplenum und sprach über die Rolle der Professorenschaft beim Scheitern deutscher Hochschulreformen. Auch vom Uniradio echo-fm ließ er sich interviewen. Die <strong>schönsten Zitate </strong>haben wir gesammelt. <strong> </strong></p>
<p><strong>(Update: Jetzt auch Zitate von der Rede am 17.11. im besetzten Audimax )</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<div id="attachment_84" class="wp-caption alignnone" style="width: 610px"><strong><strong><a href="http://lichtbringerin.files.wordpress.com/2009/12/essbach1.jpg"><img class="size-full wp-image-84" title="essbach" src="http://lichtbringerin.files.wordpress.com/2009/12/essbach1.jpg?w=600&#038;h=330" alt="" width="600" height="330" /></a></strong></strong><p class="wp-caption-text">Professor Eßbach besuchte mehrfach das besetzte Audimax</p></div>
<p><strong> </strong></p>
<p><span id="more-83"></span></p>
<p><strong>Eine große Fehlentscheidung: Die Überbelastung der Unis</strong></p>
<p>“Fächer wie Germanistik und Philosophie wurden zu Massenfächern, weil sie nicht zulassungsbeschränkt waren. Zeitweilig gab es mehr Studierende der Ethnologie als Mitglieder indigener Völker.”</p>
<p>“Der <strong>Überlastbeschluss</strong> schaffte es, Absolventen ins Blaue hineinzuproduzieren.”</p>
<p>“Viele Professoren missverstehen das: Sie glauben, es seien so viele Studierenden im Seminar, weil sie selbst so genial sind.”</p>
<p>&#8212;</p>
<p><strong>Das “Unternehmen Uni”</strong></p>
<p>“Die Rechte der Universitätsspitze sind so stark wie nie zuvor in der europäischen Hochschulgeschichte.”</p>
<p>“An der Universität herrschen <strong>oligarchische Strukturen</strong>. Im deutschen Wissenschaftssystem gibt es 83% befristete Einstellungen und nur 17% unbefristete Arbeitsverhältnisse.”</p>
<p>“Bevor es zum Zusammenbruch der Universitäten kam, brach die DDR zusammen. Und dort war alles noch viel schlimmer.”</p>
<p>&#8212;</p>
<p><strong>Der “Bologna-Crash”</strong></p>
<p>“Bachelor/Master ist ein System mit einem englischen Namen, steht aber in der Tradition der Planwirtschaft der DDR.”</p>
<p>“In modernen Gesellschaften verschwindet die individuelle Verantwortung. Für den Bankencrash war niemand verantwortlich, so ist das jetzt auch beim Bologna-Crash: Niemand ist verantwortlich und jeder schiebt die Verantwortung jemandem anderen zu. … Wenn die <strong>Tatbeteiligung</strong> so strittig ist, dann gilt so etwas wie der Sachverhalt der <strong>Mitgliedschaft im Systemversagen</strong>.”</p>
<p>“Es kostet ja nichts, wenn sich Frau Schavan, die Wissenschaftsminister der Länder, die Rektoren und die Dekane für den Bologna-Crash <strong>bei den Studierenden entschuldigen</strong>.”</p>
<p>“Es wäre anständig wenn der Rektor sagt: Wir haben einen Fehler gemacht.”</p>
<p>“Die <strong>Universität ist frei</strong>. Der Universitätsrat, der Rektor, der Senat, können morgen entscheiden: Wir steigen aus dem Akkreditierungssystem aus. Ich möchte mal diejenige baden-württembergische Landesregierung sehen, die die Universität Freiburg schließt, weil sie Studiengänge entwickelt, die nicht nach den Bologna-Modulen und Workloads und dem ganzen Kram gebaut sind, sondern die sich selbst etwas einfallen lassen.”</p>
<p>“Das ganze verliert an moralischer Integrität. Das nennt man heute Politikverdrossenheit, das ist eine innere Abkehr und eine Zynismus von allen gesellschaftlichen Fragen. Das kann zur <strong>Demoralisierung </strong>führen &#8211; und zwar auf allen Seiten.”</p>
<p>&#8212;</p>
<p><strong>Die klugen Protestierenden</strong></p>
<div id="attachment_86" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://lichtbringerin.files.wordpress.com/2009/12/karte1.jpg"><img class="size-medium wp-image-86" title="Karte" src="http://lichtbringerin.files.wordpress.com/2009/12/karte1.jpg?w=300&#038;h=237" alt="" width="300" height="237" /></a><p class="wp-caption-text">Europakarte mit den besetzten Hochschulen am 22.11.09</p></div>
<p>“Es sind heute viel, viel, viel mehr Studierende bei den Protestierenden als 1968.”</p>
<p>“Die heutigen Studierenden sind <strong>klüger</strong>, weil sie sich nicht mehr auf so ein Bürgerkriegsspiel einlassen wie wir damals.”</p>
<p>“Was in diesem Jahr passiert ist, ist etwas Neues: Die Studierenden haben eine Gedächtnis gehabt von Juni bis heute. Sie wissen, dass ihnen etwas <strong>versprochen</strong> worden ist, das bis heute nicht eingelöst worden ist.”</p>
<p>“Werden sich die Professoren dorthin stellen, wo Professoren nun mal hingehören: An die Seite ihrer Studierenden?”</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;-</p>
<p><strong>[Update vom 5. Dezember 2009]</strong></p>
<p><strong>Gesellschaftliche Missstände</strong></p>
<p>&#8222;Deutschland liegt, so die <em>Frankfurter Allgemeine Zeitung</em> von heute [17.11.09], bei den Ausgaben je Student gerade noch vor <strong>Mexiko </strong>und <strong>Nigeria</strong>. Damit das nicht so peinlich ist, hat man schon in den Finanzministerien überlegt, die Altersversorgung für Lehrer und Professoren als Bildungsausgaben dazuzurechnen, damit die Statistik besser aussieht.&#8220;</p>
<p>&#8222;Auf den Film <em><strong>Resist </strong>– der Aufstand der Praktikanten</em>, der jetzt anläuft, warten wir schon lange. Man könnte da auf Ideen kommen.&#8220;</p>
<p>&#8222;Ein berühmter französischer Dichter hat vor 500 Jahren &#8230; etwas über die Erziehung gesagt. &#8216;Kinder sind keine Fässer, die gefüllt, sondern <strong>Feuer</strong>, die entfacht werden wollen.&#8217; Der Dichter hieß Rabelais, kein Sternchenthema in der Oberstufe, das versteht sich.&#8220;</p>
<p>&#8212;</p>
<p><strong>Der Bologna-Prozess ist nicht zu retten</strong></p>
<p>&#8222;Niemand wollte dreijährige berufsbefähigende Kurzstudiengänge flächendeckend einführen. Niemand wollte den Zugang zum Master beschränken. Niemand wollte die Konkurrenz zwischen altem Magister und Diplom und den neuen Studiengängen verbieten. Niemand wollte ein studienbegleitendes Prüfungssystem einführen, bei dem vom ersten Semester an Noten für das Examen gesammelt werden. Niemand wollte von Seminaren auf Module umsteigen. &#8230; [W]enn alle Verantwortlichen in voller Verantwortung alles richtig gemacht haben, dann nennt man das Systemversagen, und bei <strong>Systemversagen </strong>sollte man einmal an ein anderes System denken.&#8220;</p>
<p>&#8222;Es ist sinnlos, eine Bologna-Idee angesichts dieser Ergebnisse retten zu wollen. Der Bologna-Prozeß ist gescheitert. Jetzt muß die <strong>Reset-Taste</strong> gedrückt werden, gebraucht wird ein anderer Prozeß, ein neuer Name, eine neue Idee für den europäischen Hochschulraum.&#8220;</p>
<p><em>aufgezeichnet von Scriptora</em></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/lichtbringerin.wordpress.com/83/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/lichtbringerin.wordpress.com/83/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/lichtbringerin.wordpress.com/83/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/lichtbringerin.wordpress.com/83/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/lichtbringerin.wordpress.com/83/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/lichtbringerin.wordpress.com/83/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/lichtbringerin.wordpress.com/83/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/lichtbringerin.wordpress.com/83/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/lichtbringerin.wordpress.com/83/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/lichtbringerin.wordpress.com/83/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/lichtbringerin.wordpress.com/83/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/lichtbringerin.wordpress.com/83/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/lichtbringerin.wordpress.com/83/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/lichtbringerin.wordpress.com/83/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=lichtbringerin.wordpress.com&amp;blog=10715499&amp;post=83&amp;subd=lichtbringerin&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Kommentar: Wie viel Werbung vertr&#228;gt die Uni?</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Dec 2009 03:34:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ularedaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[AutorIn Scriptora]]></category>
		<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich bin ein neugieriger Mensch. In der Innenstadt hänge ich deswegen ständig vor Schaufenstern fest und überall schreien mich Werbetafeln an. Die Universität hingegen war mir bisher ein Ort der Entspannung, mit langweiligen Textwüsten und unverputzten Betonwänden. Doch die aufmerksamkeitsheischenden Schriftzüge hängen nun auch in den Räumen der Wissenschaft: Plakate, groß wie Kleinkinder, werben in [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=lichtbringerin.wordpress.com&amp;blog=10715499&amp;post=69&amp;subd=lichtbringerin&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_73" class="wp-caption alignnone" style="width: 610px"><a href="http://lichtbringerin.files.wordpress.com/2009/12/pb210042_lang1.jpg"><img class="size-full wp-image-73 " title="PB210042_lang" src="http://lichtbringerin.files.wordpress.com/2009/12/pb210042_lang1.jpg?w=600&#038;h=314" alt="" width="600" height="314" /></a><p class="wp-caption-text">Der Preis der Freiheit: günstiges Mensaessen vom Starkoch</p></div>
<p style="text-align:justify;">Ich bin ein neugieriger Mensch. In der Innenstadt hänge ich deswegen ständig vor Schaufenstern fest und überall schreien mich Werbetafeln an. Die Universität hingegen war mir bisher ein Ort der Entspannung, mit <strong>langweiligen Textwüsten</strong> und <strong>unverputzten Betonwänden</strong>. Doch die aufmerksamkeitsheischenden Schriftzüge hängen nun auch in den Räumen der Wissenschaft: Plakate, groß wie Kleinkinder, <a href="http://www.studentenwerk.uni-freiburg.de/index.php?id=246&amp;L=6" target="_blank">werben in den Treppenhäusern für Internetseiten</a>. Möchte ich einen Kaffee trinken, heißt das <a href="http://www.studentenwerk.uni-freiburg.de/index.php?id=cafe-senkrecht&amp;L=0" target="_blank">Café nach einer Zeitung</a>. Reihe ich mich in die Schlange an der Mensa ein, starre ich auf das <a href="http://www.studentenwerk.uni-freiburg.de/index.php?id=354&amp;tx_ttnews[pS]=1225494000&amp;tx_ttnews[pL]=2591999&amp;tx_ttnews[arc]=1&amp;tx_ttnews[pointer]=1&amp;tx_ttnews[tt_news]=1385&amp;tx_ttnews[backPid]=151&amp;cHash=d59860d0cb" target="_blank">Banner eines Mobilfunkunternehmens</a>. Trödle ich auf dem Weg in die Seminarbibliothek, spricht mich jemand am <a href="http://www.studentenwerk.uni-freiburg.de/index.php?id=246&amp;L=1" target="_blank">Zeitschriften-Promotionsstand</a> an. Es nervt. Und zwar gewaltig.</p>
<p style="text-align:justify;">
<p style="text-align:justify;"><span id="more-69"></span></p>
<p><a href="http://lichtbringerin.files.wordpress.com/2009/12/dsc091191.jpg"><img style="display:inline;border:0;margin:0 5px 0 0;" title="DSC09119" src="http://lichtbringerin.files.wordpress.com/2009/12/dsc09119_thumb.jpg?w=180&#038;h=260" border="0" alt="DSC09119" width="180" height="260" align="left" /></a> Schuld an der <strong>Reizüberflutung</strong> an der Uni ist – zumindest im Moment noch – nicht die Albert-Ludwigs-Universität, sondern das Studentenwerk (SWFR). Diese Einrichtung ist zuständig für den passenden Rahmen des Studiums, also Mensen, Cafeterien, Wohnheimplätze, Beratungsstellen, Clubs. Und offenbar erhält diese Institution nicht mehr genügend Geld, sonst würde sie so einen Werbezirkus nicht veranstalten.</p>
<p>„Die Leistungen des Studentenwerks werden zu ungefähr 17 Prozent durch eine Finanzhilfe des Landes Baden-Württemberg finanziert, der Rest wird durch die Semesterbeiträge der Studierenden [je 46 Euro] und durch eigene Einnahmen wie Miete oder Gastronomie gedeckt”, heißt es auf der <a href="http://www.studentenwerk-freiburg.de/index.php?id=swfr-im-ueberblick&amp;L=6%20-%2044k%20-" target="_blank">Homepage des SWFR</a>. Und gerade diese Mittel, die das Studentenwerk selbst erwirtschaftet, sind in den letzten Jahren stark angestiegen – parallel zu den <strong>Kürzungen der staatlichen Subventionierung</strong>, erklärt Renate Heyberger in der <a href="http://www.studentenwerk.uni-freiburg.de/fileadmin/SWFR_Archive/broschueren/Geschichte_SWFR.pdf" target="_blank">Festschrift der Universität zum 550-jährigen Jubiläum</a>. Die Studentenwerke seien ermuntert worden zu mehr „wirtschaftlicher Freiheit”. Momentan müsse das Studentenwerk laut Heyberger 71 Prozent seiner Mittel selbst erwirtschaften – zum Beispiel über den Werbebanner, der permanent auf der Homepage des SWFR blinkend für Reisen wirbt, während ich diese Informationen heraussuche.</p>
<p><a href="http://lichtbringerin.files.wordpress.com/2009/12/dsc09120.jpg"><img style="display:inline;border:0;margin:0 0 0 5px;" title="DSC09120" src="http://lichtbringerin.files.wordpress.com/2009/12/dsc09120_thumb.jpg?w=200&#038;h=140" border="0" alt="DSC09120" width="200" height="140" align="right" /></a> „Es tut mir nicht weh”, argumentieren viele meiner Kommilitonen. Sie könnten die Plakate einfach ignorieren und dafür das Angebot des Studentenwerks genießen. Aber hier geht es um mehr als nur um mein ästhetisches Gefühl, wenn mich die grellen Farben von Unternehmensbanner stören. Es findet eine <strong>schleichende Privatisierung der Hochschule</strong> statt, wenn ein Café auf dem Unigelände nach einem Unternehmen benannt wird.</p>
<p>Hier geht es um ein grundsätzliches Verbot. Noch kann ich – zum Glück – durch die vermehrte Werbung keinen Einfluss auf die Lehre ausmachen. Doch begibt sich das Studentenwerk in eine <strong>gefährliche Abhängigkeit</strong>: Angewiesen auf die Gelder aus der freien Wirtschaft, kann es nicht mehr frei über sein Angebot verfügen. Ein nettes Café mag Unterstützung erhalten, doch wer finanziert gerne eine Suchtberatung? Welches Unternehmen interessiert sich für eine Babysitterbörse? Profitorientierte Unternehmen fördern nur das, was langfristig Gewinn abwirft.</p>
<p><a href="http://lichtbringerin.files.wordpress.com/2009/12/dsc08985.jpg"><img style="display:inline;border:0;margin:0 5px 0 0;" title="DSC08985" src="http://lichtbringerin.files.wordpress.com/2009/12/dsc08985_thumb.jpg?w=180&#038;h=260" border="0" alt="DSC08985" width="180" height="260" align="left" /></a> Der Geldmangel führt entweder dazu, dass das Studentenwerk sein Angebot <strong>unternehmenstauglich</strong> macht, oder dass es sich aus den Aufgabenbereichen zurückziehen muss, für die es originär zuständig ist. Derartiges geschieht gerade auf dem Wohnungsmarkt. Weil in Freiburg ständig Wohnungsnot herrscht und für Tausende neuer Studierender vom SWFR nur wenige neue Wohnheimplätze zur Verfügung gestellt werden können, reagiert die Privatwirtschaft: Eine Münchner <strong>Investorengruppe</strong> will nach Angaben des <a href="http://www.insideb.de/upload/Files/030_031_IB_1209.pdf" target="_blank">Magazins insideB</a> in Freiburg das deutschlandweit erste private Studentenwohnheim bauen. Ein Zimmer darin soll zwischen 350 und 400 Euro kosten – weit mehr als beim Studentenwerk oder bei den kirchlichen Einrichtungen.</p>
<p>Die Privatisierung, die an der Universität Einzug hält, hat Auswirkungen – nicht nur auf die Optik. Wenn in einem Café nur noch eine exklusive Zeitung ausliegt, ist die <strong>Meinungsvielfalt</strong> nicht mehr gewährleistet. Jede Berichterstattung sieht die Welt anders und kann ihr nicht gerecht werden. Nur im Kontakt mit unterschiedlichen Meinungen können sich bei den Studierenden kritische Fragen herausbilden.</p>
<p><a href="http://lichtbringerin.files.wordpress.com/2009/12/dsc09115.jpg"><img style="display:inline;border:0;margin:0 0 0 5px;" title="DSC09115" src="http://lichtbringerin.files.wordpress.com/2009/12/dsc09115_thumb.jpg?w=260&#038;h=180" border="0" alt="DSC09115" width="260" height="180" align="right" /></a> Die Umbenennung des Raumes hat – das ist bei aller Polemik ein wichtiges Argument – eine <strong>Türöffnerfunktion</strong>. Auch Labore, Hörsäle und Bibliotheken könnten angesichts der klammen Finanzen der Universität bald den Namen eines Wirtschaftsunternehmens tragen. In anderen Universitätsstädten ist das längst passiert: In Jena gibt es einen <a href="http://www.stura.uni-jena.de/stura/referate/hochschulpol/akt-hopo/umbenennung-des-commerzbank-horsaales" target="_blank">Hörsaal einer Bank</a> und an der Fachhochschule Würzburg sitzen die Studierenden im <a href="http://www.focus.de/wissen/campus/umbenennung_aid_117298.html" target="_blank">Raum eines Supermarkts</a>. Auch Lehrstühle werden gerne gestiftet, so etwa <a href="http://www.stiftung-sponsoring.de/akteure-konzepte/personen/berliner-e.on-lehrstuhl-fuer-csr-besetzt.html" target="_blank">von einem Energieunternehmen</a> an der European School of Management and Technology Berlin. In Bremen findet sich der Name einer Kaffeerösterei sogar <a href="http://www.jacobs-university.de/" target="_blank">im Titel der Hochschule </a>selbst. Dass dadurch Forschung und Lehre nicht inhaltlich tangiert werden, ist <strong>utopisch</strong>. Die Themensetzung im Studium kann nicht mehr unabhängig erfolgen, wenn Wohl und Wehe des Lehrstuhls und der Räumlichkeiten vom guten Willen der Firmensponsoren abhängen. Die Folge ist der direkte Einfluss von Firmeninteressen in die Wissenschaft &#8211; denn eine Uneigennützigkeit darf man bei dem Sponsoring sicherlich nicht unterstellen.</p>
<p>Durch den Einsatz von Drittmitteln bestimmen die Geldgeber, <strong>was wann wo geforscht</strong> wird. BWL und Chemie sind dabei für potente Geldgeber sicherlich interessanter als Vorderasiatische Archäologie und Ethnologie. Und das ist eine deutliche Beeinflussung der so hochgepriesenen <strong>Freiheit von Forschung und Lehre</strong>.</p>
<p><em>SCRIPTORA</em></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/lichtbringerin.wordpress.com/69/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/lichtbringerin.wordpress.com/69/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/lichtbringerin.wordpress.com/69/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/lichtbringerin.wordpress.com/69/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/lichtbringerin.wordpress.com/69/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/lichtbringerin.wordpress.com/69/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/lichtbringerin.wordpress.com/69/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/lichtbringerin.wordpress.com/69/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/lichtbringerin.wordpress.com/69/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/lichtbringerin.wordpress.com/69/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/lichtbringerin.wordpress.com/69/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/lichtbringerin.wordpress.com/69/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/lichtbringerin.wordpress.com/69/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/lichtbringerin.wordpress.com/69/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=lichtbringerin.wordpress.com&amp;blog=10715499&amp;post=69&amp;subd=lichtbringerin&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Rektor Schiewer besucht besetztes Audimax</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Nov 2009 19:45:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ularedaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[AutorIn Leuchtfisch]]></category>
		<category><![CDATA[Bericht]]></category>
		<category><![CDATA[Podiumsdiskussion 26.11.09]]></category>
		<category><![CDATA[Studentenproteste 2009]]></category>

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		<description><![CDATA[Vergangenen Donnerstag, den 26.11.2009, hat ein Dialog zwischen den protestierenden Studierenden und Rektor Hans-Jochen Schiewer stattgefunden, der von dem Prorektor für Lehre, Heiner Schanz, begleitet wurde. Die Veranstaltung fand in dem seit dem 15. November besetzten Auditorium Maximum statt und wurde per Livestream in einen angrenzenden Hörsaal übertragen. Ausgangspunkt der Debatte waren die fünfzehn Forderungen [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=lichtbringerin.wordpress.com&amp;blog=10715499&amp;post=12&amp;subd=lichtbringerin&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_35" class="wp-caption alignnone" style="width: 610px"><a href="http://lichtbringerin.files.wordpress.com/2009/11/dsc09075_schmal.jpg"><img class="size-full wp-image-35" title="DSC09075_schmal" src="http://lichtbringerin.files.wordpress.com/2009/11/dsc09075_schmal.jpg?w=600&#038;h=210" alt="" width="600" height="210" /></a><p class="wp-caption-text">Prorektor Schanz - Rektor Schiewer - Moderator Rüland</p></div>
<p>Vergangenen Donnerstag, den 26.11.2009, hat ein Dialog zwischen den protestierenden Studierenden und Rektor Hans-Jochen Schiewer stattgefunden, der von dem Prorektor für Lehre, Heiner Schanz, begleitet wurde. Die Veranstaltung fand in dem seit dem 15. November besetzten Auditorium Maximum statt und wurde per Livestream in einen angrenzenden Hörsaal übertragen. Ausgangspunkt der Debatte waren die <a href="http://www.bildungsstreik2009-freiburg.de/die-besetzung/forderungen">fünfzehn Forderungen der Freiburger Studierenden</a>, die sie am Vortag der Diskussion, dem 25. November, im Rahmen einer Demonstration an das Rektorat übergeben hatten. Die Protestierenden verlangen hauptsächlich eine Abschaffung der Studiengebühren, eine Reform der Bachelor- und Masterstudiengänge und ein höheres Maß an studentischer Mitbestimmung an der Universität. Der Forderungskatalog war im Laufe der Besetzung in einem basisdemokratischen Verfahren entstanden.</p>
<p><span id="more-12"></span></p>
<p>Als Herr Schiewer und Herr Schanz um circa 20:00 Uhr das Audimax betraten, waren die meisten der 790 Sitzplätze bereits belegt. Das Publikum bestand größtenteils aus Studierenden, es befanden sich allerdings auch einige Vertreter der lokalen Presse sowie der &#8222;Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit&#8220; des Rektorats darunter. Jürgen Rüland, Inhaber des Lehrstuhls für Internationale Politik, und Hermann Schmeh, studentischer Finanzreferent des u-AStA, moderierten die Diskussion. Das formale Vorgehen sah vor, dass jeweils drei Redebeiträge aus dem Publikum gehört wurden, auf die Herr Schiewer und Herr Schanz dann antworten sollten. Beide Parteien hielten sich an das Verfahren. Zwischenrufe gab es fast keine und wenn doch, wurden sie von den Studierenden sofort unterbunden.</p>
<p>Die Diskussion begann mit einem kurzen &#8222;Impulsreferat&#8220; des Rektors, in dem er die Universität als eine &#8222;Diskursgemeinschaft&#8220; darstellte. In der anschließenden Diskussion ging es vor allem um die folgenden Streitpunkte: Eine umgehende Nachbesserung der Bachelor- und Masterstudiengänge unter studentischer Beteiligung; die Erhebung von Studiengebühren und deren Verwendung; eine stärkere Partizipation der Studierenden an der Universität und schließlich die Frage nach der Anwesenheitspflicht der Studierenden in Vorlesungen und Tutoraten.</p>
<p>In ihren Redebeiträgen verlangten die Studierenden von ihrem Rektor vor allem eine konkrete Stellungnahme zu diesen Themen. Herr Schiewer bezog allerdings nur in zwei Punkten eine klare Position: Zum einen sagte er, Studiengebühren seien nötig. Zum anderen sicherte er zu, sich bei der nächsten Landesrektorenkonferenz für eine weitere Nachbesserung der neuen Bachelor- und Masterstudiengänge sowie für eine Erhöhung der universitären Mittel einsetzen zu wollen. Außerdem gab er an, sich mit den am Vortag überreichten Forderungen bislang noch nicht intensiv auseinandergesetzt zu haben, sicherte aber zu, sie &#8222;ebenfalls schriftlich und ebenso detailliert, wie sie gestellt sind&#8220;, zu beantworten. Um circa 21:50 Uhr endete die Veranstaltung.</p>
<p><em>Leuchtfisch</em></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/lichtbringerin.wordpress.com/12/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/lichtbringerin.wordpress.com/12/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/lichtbringerin.wordpress.com/12/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/lichtbringerin.wordpress.com/12/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/lichtbringerin.wordpress.com/12/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/lichtbringerin.wordpress.com/12/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/lichtbringerin.wordpress.com/12/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/lichtbringerin.wordpress.com/12/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/lichtbringerin.wordpress.com/12/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/lichtbringerin.wordpress.com/12/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/lichtbringerin.wordpress.com/12/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/lichtbringerin.wordpress.com/12/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/lichtbringerin.wordpress.com/12/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/lichtbringerin.wordpress.com/12/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=lichtbringerin.wordpress.com&amp;blog=10715499&amp;post=12&amp;subd=lichtbringerin&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Presseschau: Medienecho zur Diskussion zwischen Rektorat und Studierenden</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Nov 2009 19:32:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ularedaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[AutorIn Scriptora]]></category>
		<category><![CDATA[Podiumsdiskussion 26.11.09]]></category>
		<category><![CDATA[Presseschau]]></category>
		<category><![CDATA[Studentenproteste 2009]]></category>

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		<description><![CDATA[Als einziges Medium hat die Badische Zeitung (BZ) alle gängigen journalistischen Kanäle aktiviert, um möglichst schnell und ansprechend über den Abend berichten zu können: Twitter, Online-Artikel, Fotogalerie und Video ergaben eine runde Berichterstattung. Auch Radio Regenbogen und TV Südbaden waren vor Ort und informierten am nächsten Tag im Programm und auf den Homepages. Der Südwestrundfunk [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=lichtbringerin.wordpress.com&amp;blog=10715499&amp;post=14&amp;subd=lichtbringerin&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_38" class="wp-caption alignleft" style="width: 172px"><a href="http://lichtbringerin.files.wordpress.com/2009/11/dsc09073_klein1.jpg"><img class="size-medium wp-image-38 " title="DSC09073_klein" src="http://lichtbringerin.files.wordpress.com/2009/11/dsc09073_klein1.jpg?w=162&#038;h=300" alt="" width="162" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Presse der Universität und TV Südbaden</p></div>
<p>Als einziges Medium hat die <strong>Badische Zeitung (BZ)</strong> alle gängigen journalistischen Kanäle aktiviert, um möglichst schnell und ansprechend über den Abend berichten zu können: Twitter, Online-Artikel, Fotogalerie und Video ergaben eine runde Berichterstattung. Auch <strong>Radio Regenbogen</strong> und <strong>TV Südbaden</strong> waren vor Ort und informierten am nächsten Tag im Programm und auf den Homepages. Der <strong>Südwestrundfunk (SWR)</strong> verzichtete und auch der Landesdienst der <strong>Deutschen Presse-Agentur dpa</strong> ließ keine Meldung über den Ticker laufen, sodass die umliegenden kleinen Zeitungen nicht über die Diskussion berichten konnten. Erst drei Tage nach der Debatte stand auf der Onlineplattform <strong>fudder</strong> ein Artikel, schneller war da die <strong>Piratenpartei</strong> auf ihrer Homepage. Außerdem machten einige private <strong>Twitter</strong>-Feeds die Diskussion zu ihrem Thema. Die <strong>Besetzer</strong> selbst benutzten ebenfalls Twitter und veröffentlichten eine Pressemitteilung, in der sie klar zur Debatte Stellung bezogen. Die <strong>Universität</strong> selbst hatte nur eine Veranstaltungsankündigung auf der Homepage.</p>
<p><em><span id="more-14"></span></em></p>
<h5><strong>BZ: eine gute Quelle</strong></h5>
<p>Es war um 22.59 Uhr und die Diskussion noch keine anderthalb Stunden vorbei, da stand der <a href="http://www.badische-zeitung.de/map/23180128">Artikel der Badischen Zeitung</a> bereits online. Sachlich und ausgewogen, aber trotzdem kurzweilig mit der Wiedergabe der Stimmung im Hörsaal und dem Inhalt von Plakaten an den Wänden ließ sich der Artikel sehr gut lesen – hohe Qualität in großartiger Schnelle. Studiengebühren, studentische Mitbestimmung an der Universität und die Ausgestaltung von Bachelor und Master galten der BZ als Hauptthemen des Abends. Interessante Hintergrundinformationen lieferte die BZ ebenfalls, etwa dass der Rektor nach Übergabe der studentischen Forderungen am Mittwoch nur unter der Bedingung gekommen war, dass Professor Rüland die Diskussionsleitung übernimmt.</p>
<h5><strong>140-Zeichen-Twitter-Nachrichten bleiben unverständlich</strong></h5>
<p>Weniger erfreulich gestaltete sich der <a href="http://twitter.com/badischezeitung">Twitter-Feed der BZ-Mitarbeiterin</a>, die im Audimax direkt neben dem BZ-Reporter saß: Kommentare wie &#8222;Voll gefüllt. Riecht ein wenig streng im Raume&#8220; oder &#8222;Kaum noch Luft zum Atmen&#8220; waren weder inhaltlich noch für ein Stimmungsbild hilfreich. Dann folgten fast ausschließlich wörtliche Zitate, aber kein Einordnungen. Oftmals waren die Kurzmitteilungen schlicht unverständlich, so z.B. &#8222;Schiewer: &#8216;Wir bauen Biolino aus. Und tun alles, was wir können.&#8217;&#8220; Gegen Ende passierte der BZ ein doppelter Schnitzer: &#8222;Der Lockenkopf wird abgfeührt&#8220; ist nicht nur orthografisch falsch, sondern auch inhaltlich: Tatsächlich gingen drei Studierende zu dem Studenten mit dem krausen Kopfhaar, der vor dem Plenum eigenwillig das letzte Wort haben wollte, und nahmen ihn einen Meter zur Seite, woraufhin er sich selbstständig wieder setzte.</p>
<h5><strong>BZ-Fotograf mit solider Arbeit</strong></h5>
<p><a href="http://www.badische-zeitung.de/fotos-freiburgs-uni-rektor-diskutiert-mit-studenten">17 Fotos</a> für einen guten optischen Eindruck standen bei der BZ ebenfalls schnell online. Leider war der Kommentator der Bilder offenbar nicht vor Ort: Auf einem der Fotos meldeten sich nämlich keineswegs alle Studierenden gleichzeitig (&#8222;Ich, ich, ich &#8211; Viele Studenten hatten Fragen an ihren Rektor&#8220;), sondern drücken durch erhobene Arme mit wedelnden Händen Zustimmung aus.</p>
<p><strong>BZ-Video vom Profi</strong></p>
<p>Für ein ziemlich professionell erstelltes <a href="http://www.badische-zeitung.de/videos/?bcpid=1873859606&amp;bclid=17186179001&amp;bctid=52768868001&amp;refer=rightboxa">Video</a> buchte die Badische Zeitung sogar extra einen freiberuflichen Videoproducer, der beide Seiten während der Audimax-Diskussion und in Interviews zu Wort kommen ließ. Dieses war im Übrigen bereits das fünfte Video zum Bildungsstreik, bereitgestellt von einer Zeitung, die sonst wenige eigene bewegte Bilder anbietet.</p>
<h5><strong>Radio Regenbogen: gelungene Chronistenpflicht</strong></h5>
<p>Radio Regenbogen beschrieb in knapper Nachrichtensprache <a href="http://www.regenbogen.de/news/2009/11/freiburger-studentenproteste-gehen-in-eine-neue-runde/">die wichtigsten Eckdaten des Abends</a>: zweistündige Diskussion, besetztes Audimax, erstes Aufeinandertreffen der Parteien, weitere Verhandlungen in Zukunft. Dazu wurden zwei Tondokumente online gestellt: eine ausführliche Umfrage unter den Studierenden sowie eine Stellungnahme von Rektor Schiewer – beide Audiodateien ungewöhnlich lang und ausführlich für ein Privatradio.</p>
<h5><strong>TV Südbaden: wertende Bildsprache</strong></h5>
<p>TV Südbaden fasste im <a href="http://www.tv-suedbaden.de/default.aspx?ID=2107&amp;showNews=575585">Nachrichtenvideo</a> am nächsten Tag den Besuch der Uni-Rektoren am Donnerstagabend und den Besuch des Oberbürgermeisters Salomon am Freitagmorgen zusammen. Auch hier erhielten alle Beteiligten das Wort, doch war bei der Bildsprache des Videos durchaus auffällig, dass die Studierenden zumeist gezeigt wurden, während sie uninteressiert herumliefen, aßen oder auf dem Boden kauerten. Dies gipfelte in der Schlusseinstellung, in der ein Student gezeigt wird, der auf dem grünen Sofa im Audimax einschläft.</p>
<h5><strong>fudder: Kritische Betrachtung</strong></h5>
<p>&#8222;Keine Krawalle&#8220;, simste der fudder-Mitarbeiter aus dem Audimax, &#8222;total langweilig&#8220;. Nicht einmal witzige oder skurrile Fakten konnte er sichten und auch keine halbnackten Studentinnen wie in der Ukraine. So schrieb er per SMS über den rein inhaltlichen Austausch: &#8222;Fun-Faktor Null&#8220;. Da es für ihn nicht besonders spannend war, dauerte es auch fast drei Tage, bis der <a href="http://fudder.de/artikel/2009/11/29/desillusion-im-doppelpack-fuer-audimax-besetzer/">Artikel</a> auf der Onlineplattform stand. Schon in der Überschrift war dort von &#8222;Desillusionen&#8220; die Rede, denn weder habe der Rektor auf die überreichten Forderungen geantwortet, noch sei er in seinen Statements über die bereits zu Beginn des Streiks auf der Uni-Homepage veröffentlichten 5 Fragen – 5 Antworten hinaus gegangen. Auch wurde der Modus kritisiert, drei studentische Fragen an den Rektor zu sammeln, was die Argumente der Studierenden geschwächt habe und ein souveränes Parieren ermöglichte. Als einziges Medium berichtete fudder auch von Schauplätzen vor, nach und um den Rektorenbesuch, so etwa von einer ergreifenden Szene mit einer weinenden Studentin, die an der Tür unter Tränen dem Rektor erklärte, sie könne sich keinen Master leisten. Der Artikel endete mit einer harschen Selbstkritik der Studierenden im Plenum nach dem Besuch.</p>
<h5><strong>Eigensicht der Besetzer und der Uni<br />
</strong></h5>
<p>Die negativste Bewertung der Debatte kamen von den Besetzern selbst, die in einer <a href="http://www.bildungsstreik2009-freiburg.de/die-besetzung/pressemitteilungen/">Pressemitteilung</a> Stellung bezogen. &#8222;Herr Schiewer hat aus Sicht der BesetzerInnen die Gelegenheit versäumt, sich klar zu positionieren und sich für oder gegen Studiengebühren auszusprechen&#8220;, heißt es darin. Er sei unkonkret gewesen und habe auf Fragen nicht geantwortet beziehungsweise die Zuständigkeit an das Land (bei der Unterfinanzierung der Hochschulen) oder die einzelnen Professoren (bei der Anwesenheitspflicht bei Vorlesungen) abgewälzt.</p>
<p>Die Universität hingegen verfasste keine Pressemitteilung. Die derzeit (30.11.2009) aktuellste Meldung auf der Uni-Homepage bezieht sich auf den <a href="http://www.uni-freiburg.de/resolveuid/8ecc48231d9085d940400b921974d8b3">Weihnachtsverkauf der Universitätsweine</a>. Allerdings platzierte die Universität auf ihre Startseite die <a href="http://www.uni-freiburg.de/resolveuid/6aea923b0ca367dd3221a4e309180dfa">Hinweise</a>, welche Veranstaltungen wegen der Besetzung wohin verschoben werden oder ausfallen müssen.</p>
<p><em>Scriptora</em></p>
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		<title>Kommentar: Wenn Politik an Verwaltung scheitert&#8230;</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Nov 2009 19:06:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ularedaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[AutorIn Mercurius]]></category>
		<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Podiumsdiskussion 26.11.09]]></category>
		<category><![CDATA[Studentenproteste 2009]]></category>

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		<description><![CDATA[Als einer von über 800 Studierenden bin ich am Donnerstagabend ins besetzte Audimax gekommen, um die Diskussion zwischen dem studentischen Protestplenum und dem Rektorat zu verfolgen. Weniger als Protestler denn als Beobachter, um mir selbst ein fundiertes Bild zu machen. Und ich erlebte dabei eine doppelte Überraschung: eine erfreuliche, der dann aber eine umso ärgerlichere [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=lichtbringerin.wordpress.com&amp;blog=10715499&amp;post=9&amp;subd=lichtbringerin&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_42" class="wp-caption alignleft" style="width: 610px"><a href="http://lichtbringerin.files.wordpress.com/2009/11/dsc09071_lang.jpg"><img class="size-full wp-image-42" title="DSC09071_lang" src="http://lichtbringerin.files.wordpress.com/2009/11/dsc09071_lang.jpg?w=600&#038;h=160" alt="" width="600" height="160" /></a><p class="wp-caption-text">gewandelte Diskussions- und Protestkultur</p></div>
<p>Als einer von über 800 Studierenden bin ich am Donnerstagabend ins besetzte Audimax gekommen, um die Diskussion zwischen dem studentischen Protestplenum und dem Rektorat zu verfolgen. Weniger als Protestler denn als Beobachter, um mir selbst ein fundiertes Bild zu machen. Und ich erlebte dabei eine doppelte Überraschung: eine erfreuliche, der dann aber eine umso ärgerlichere auf dem Fuße folgte. Nein, etwas, was man &#8216;Durchbruch&#8217; nennen konnte, zeichnete sich zu keiner Zeit ab. Und dass der von Rektor Schiewer vorgeschlagene Dialog wirklich Neues ans Tageslicht bringen würde, erwartete wohl auch keiner wirklich. Beeindruckend waren vielmehr die starken, zielführenden Beiträge des Plenums – und umso enttäuschter war ich von einer schwachen Uni-Leitung, die zu keiner Zeit zu verstehen schien, um was es dem Protest wirklich ging.</p>
<p><span id="more-9"></span></p>
<p>Denn wer die hiesigen Studentenproteste der letzten Jahre noch im Kopf hatte (Stichwort: &#8216;Freiburger Frühling&#8217;), der erlebte eine radikal gewandelte Diskussions- und Protestkultur. Richtig, der Dialog am Donnerstag wurde von zwei neutralen Moderatoren geleitet. Die wenigen Zwischenrufe wurden aber nicht von ihnen, sondern <em>vom Plenum</em> selbstständig und zügig unterbunden. Die Argumente waren sachlich und wurden fair vorgetragen. Bei wenigen Vorlesungen habe ich das Audimax so ruhig erlebt wie an diesem Abend.</p>
<p>Denn das Interesse der Studierenden an dem, was Schiewer und Prorektor Schanz zu sagen hatten, war groß. Und es war Interesse <em>an der Sache</em> – und zwar an dem, was sich zusammen bewirken lässt: &#8222;Wir verlangen gar nicht, dass Sie den gesamten Forderungskatalog unterschreiben. Sagen Sie uns, welchen Punkten Sie zustimmen und wir machen uns dafür gemeinsam beim Land stark,&#8220; bringt es ein Appell an den Rektor auf den Punkt. Beeindruckend! Denn es ging den meisten nicht darum, ihrem Ärger mal Luft zu machen, &#8216;der Uni&#8217; mal zu sagen, was sie von der Situation halten. Die Beiträge zeigten den Wunsch, gemeinsam zu gestalten, Politik zu machen.</p>
<p>Es wäre für die Uni-Leitung ein leichtes gewesen, das Plenum ein Stück weit für sich zu gewinnen. Dafür hätte es nicht der Abschaffung der Studiengebühren bedurft. Aber Schiewer hätte aufrichtiges Interesse zeigen müssen und den Willen, einige der Forderungen als legitim anzuerkennen. Es hätte ein starker Rektor vor dem Plenum sitzen müssen, der es versteht, den Protest ernst zu nehmen und mit den Anliegen der Studierenden produktiv umzugehen, ohne dabei die eigene Position aufzugeben. Dieser starke Rektor hätte dann genau das in die Tat umsetzen können, was Schiewer zu Beginn selbst eingefordert hat: die Universität zum Ort eines &#8222;gemeinsamen Diskurses&#8220; zu machen. Es hätte eines wahren Politikers bedurft.</p>
<p>Stattdessen hörte man auf die sachlichen Fragen so gut wie keine konkreten Antworten. Fehler seien zwar gemacht worden, ja. Aber die Reform der Reform sei ohnehin bereits unterwegs. Wie man dieselben Fehler bei der Modularisierung des Lehramtsstudienganges verhindern wolle, darauf wollte die Uni-Leitung nicht so recht antworten. Nun, man mag derartige Ausweichmanöver von Staatsbediensteten mittlerweile gewohnt sein und einfach hinnehmen wollen. &#8222;Das gehört halt zur Politik,&#8220; denkt man etwas resigniert.</p>
<p>Aufhorchen ließen dann aber andere Aussagen des Rektorats: Wer an der Uni studiere, der habe es ja ohnehin schon geschafft. Deshalb müsse man sich bei der Frage nach sozialer Gerechtigkeit nicht so sehr an den Studiengebühren stören. Stattdessen interessiere er, Schiewer, sich viel mehr für das Problem, dass viele &#8222;erst gar nicht an die Universität kommen, die da eigentlich hingehören.&#8220; Schiewers Engagement gegen die soziale Selektion an Schulen in allen Ehren, aber ein Rektor, der sich nicht für das interessiert, worauf er immerhin einigen politischen Einfluss hat, und lieber mit dem Finger auf andere Probleme zeigt (für die er nun wirklich keine Verantwortung trägt) zeigt nicht gerade Rückgrat.</p>
<p>Auch mutete es zumindest seltsam an, als Schiewer mit einem stolzen Lächeln ein Blatt mit einigen angestrichenen Textpassagen und einem kleinen Textmarker-Häkchen am Rand präsentierte: &#8222;Sie sehen, ich habe mich schon mit ihren Forderungen beschäftigt.&#8220; Begeisterung brach ob dieses Minimaleinsatzes im Saal nicht aus. Ich musste mich nur wundern. Wundern darüber, wie man dieses &#8216;Sehen Sie, ich habe Ihr Schreiben schon zur Kenntnis genommen&#8217; auffassen sollte. Spätestens als der Rektor sich freute, endlich einmal wieder persönlichen Kontakt mit den Studierenden zu haben (das fehle ihm bei seiner jetzigen Arbeit nämlich ein bisschen), musste dem Beobachter die Frage kommen, ob es Schiewer mit seinem Dialog eigentlich ernst meinte. Ging es da überhaupt um gemeinsames Gestalten? Oder ging es dem Rektor lediglich darum, abzuleisten, was von ihm zu erwarten stand? Nach dem Motto: &#8216;Unverbindliches Gespräch – ja. Initiative – lieber nicht!&#8217;</p>
<p>Schade. Denn dass sich Protestplenum und Rektorat an diesem Abend verbrüdern würden, stand zwar wirklich nicht zu erwarten. Hoffen konnte man aber auf einen produktiven Austausch von Positionen. Auf ein Gespräch, das Veränderungen an der Uni in Aussicht stellt. Gescheitert ist dieser &#8222;gemeinsame Diskurs&#8220; aber keineswegs am Protestplenum, das überraschend sachlich und zielorientiert fragte und argumentierte, das &#8222;die Hand ausstreckte,&#8220; wie es ein Studierender beschrieb. Gescheitert ist dieser Dialog an einer Uni-Leitung, die die Initiative gescheut hat, legitime Forderungen anzuerkennen. Nur so hätte ein echtes Gespräch darüber in Gang kommen können, wie unsere Uni in Zukunft gestaltet werden soll. Vertan wurde diese Chance von einem Rektorat, das es nur versteht zu verwalten, für echte (Hochschul-)Politik aber scheinbar nicht taugt.</p>
<p><em>Mercurius</em></p>
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